44MB Cartridge

Kapazität:

44

MiB

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Das SQ400-Medium (und das dazugehörige Laufwerk SQ555) von SyQuest war in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren der absolute Industriestandard für den Datenaustausch großer Datenmengen. Bevor es beschreibbare CDs (CD-Rs) oder das Iomega Zip-Laufwerk gab, war SyQuest die einzige bezahlbare Methode, um Megabyte-schwere Dateien zu transportieren.

Hier sind die wichtigsten technischen und historischen Fakten zum SQ400:

Die Technologie: Eine "fliegende" Festplatte

Im Gegensatz zu labilen Disketten (Floppy Disks) steckte im Inneren einer SQ400-Cartridge eine echte, starre Magnetscheibe aus Aluminium, identisch mit der Technologie normaler Festplatten.

  • Das Prinzip: Wenn die Cartridge in das SQ555-Laufwerk geschoben wurde, öffnete sich eine mechanische Schutzklappe. Das Laufwerk beschleunigte die Scheibe, und die Lese-/Schreibköpfe fuhren in das Gehäuse ein. Sie „flogen“ auf einem hauchdünnen Luftpolster über der rotierenden Scheibe.

  • Formfaktor: Die Cartridges waren im 5,25-Zoll-Format und etwa so groß wie ein kleines Taschenbuch.

Der Retter der Druckvorstufe (Prepress)

Das SQ400-Medium verdankt seinen riesigen Erfolg vor allem Apple-Computern und der Grafikindustrie.

  • Das Problem damals: Eine hochauflösende Bilddatei oder ein fertiges Magazin-Layout passte bei weitem nicht auf eine normale 1,44-MB-Diskette. Festplatten waren fest im Computer verbaut und extrem teuer.

  • Die SyQuest-Lösung: Grafiker, Agenturen und Druckereien kauften sich einmalig das teure Laufwerk. Die Daten für ein Projekt wurden auf einer SQ400-Cartridge gespeichert und per Post oder Kurier zur Druckerei geschickt. Wer in der Medienbranche damals kein SyQuest-Laufwerk hatte, war praktisch nicht arbeitsfähig.

Die Schattenseiten: Anfälligkeit für Staub

Da das Gehäuse der SQ400-Cartridge nicht völlig luftdicht versiegelt war, gab es ein großes Problem: Staub.

  • Gelangte ein Staubkorn in das Gehäuse, konnte dies zu einem Head-Crash führen. Dabei kratzte der Lesekopf über die Magnetschicht und zerstörte sowohl das Medium als auch das Laufwerk.

  • Erfahrene Nutzer bewahrten die Cartridges daher wie rohe Eier in speziellen Kunststoffboxen auf und pusteten sie vor dem Einlegen manchmal vorsichtig aus.

Kapazität und Leistung

  • 44 Megabyte klingen heute winzig, waren 1988 aber gigantisch – oft größer als die im Computer fest eingebaute Festplatte.

  • Die Datenübertragungsrate und die Zugriffszeiten waren für damalige Verhältnisse extrem schnell, da sie echten Festplatten kaum nachstanden. Angeschlossen wurden die Laufwerke meist über die damals professionelle SCSI-Schnittstelle.